Historischer Überblick

Bereits im Jahr 1911 gab es Pläne eine Vorortbahn von Gaschwitz im Süden von Leipzig gelegen, unter dem Leipziger Stadtzentrum hindurch nach Borsdorf östlich von Leipzig zu führen. Damit sollte erreicht werden, daß die "Pendlermassen" schnell an ihre Arbeitsstätten in der wirtschaftlich aufstrebenden Stadt gelangen. Gleichzeitig bot sich damit die Gelegenheit, die Eisenbahn in Innerstädtische Verkehrsabläufe mit einzubeziehen. Mit dem Bau sollte die Firma Siemens & Halske Berlin betraut werden. Gedacht war an eine Unterpflasterbahn nach Berliner Vorbild. Allerdings mit einem etwas größeren Tunnelprofil. Der Betrieb der Fahrzeuge sollte mittels Stromabnehmer im Oberleitungsbetrieb erfolgen. Mit dem Bau des Leipziger Hauptbahnhofs entstand im Gleisvorfeld ein Rampenbauwerk mit 180 Meter Länge, sowie sich anschließend ein 630 Meter langer Tunnel unter dem Gleisvorfeld und den Bahnsteiggleisen 22 und 23. Auch das Zugangsbauwerk zu den unterirdischen Bahnsteigen für Fahrgäste in der Osthalle des Bahnhofs entstand während dieser Zeit. Bereits 80 Meter des zukünftigen Untergrundbahnhofs waren somit vorhanden. Mit der  Einweihung des Hauptbahnhofs 1915 endeten auch die weiteren Bauarbeiten am Tunnel. Vorerst dominierten im Nahverkehr Vorortzüge die im Hauptbahnhof "Kopfmachen" mußten. Mitte der 1930 Jahre wurde erneut über einen Ausbau der Tunnelstrecke, aber auch nunmehr über die Errichtung eines Stadtschnellbahnsystem für Leipzig nachgedacht. Die Stadt hatte zu dieser Zeit etwa 720 000 Einwohner und war die viertgrößte Stadt in Deutschland. Diese Einwohnerzahl und der ständig zuhnehmende Innerstädtige Verkehr hätten damals die S-Bahn gerechtfertig. Die Planungen liefen bereits an. Jedoch verhinderte der 2. Weltkrieg alle weiteren Pläne. Rüstung und Kriegswirtschaft waren nun wichtiger. Die Hauptlast des Nahverkehrs hatte weiterhin die Leipziger Straßenbahn zu tragen. Nach dem Krieg ging es erst mal an das beseitigen der Trümmer. Leipzig wurde im 2. Weltkrieg mehrmals von schweren Luftschlägen der Alliierten heimgesucht. Bereits 1946 gab es Bestrebungen, des damaligen Oberbürgermeisters Erich Zeigner die Stadtschnellbahnplanungen wieder aufzunehmen. In der Folgezeit wurden die Pläne mehrfach überarbeitet, Trassenführungen korrigiert. Auch eine Ost-West Verbindung in der Relation Reudnitz - Stadtzentrum - Plagwitz als Tunnelstrecke war in die Planungen einbezogen. Jedoch war dieser große Umfang in der DDR wirtschaftlich nicht tragbar. Lediglich die Realisierung eines S-Bahn ähnlichen Verkehrs konnte die Deutsche Reichsbahn in Leipzig umsetzen.

 

So hätte es in Leipzig aussehen können, wenn die Firma Siemens und die Stadt Leipzig mit ihren Tunnelplänen erfolgreich gewesen wären. Als Beispiel diente hier ein Berliner S-Bahnzug der Baureihe 167 in den Leipziger Stadtfarben.

 

 

Geschichte der Leipziger S-Bahn                            

 

In den 1960 ziger Jahren nahm in der DDR und speziel in den Großstädten der Individualverkehr zu. Das führte zu größeren Verkehrsbelastungen in den Ballungszentren der Republik. Zur Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs beschloss 1968 der Bezirkstag in Leipzig eine S-Bahn einzurichten. Damit sollten sowohl das Stadtzentrum, wie auch die großen Industriekomplexe im Osten und Westen der Stadt erschlossen werden. Nun hatte die Deutsche Reichsbahn bis 1969 die Pläne umzusetzen. Auf Grund dieser Tatsache war es nicht möglich eigene Gleistrassen für die S-Bahn zu schaffen. Stattdessen wurde der S-Bahnverkehr in die bestehenden Gleistrassen mit eingebunden. Der Nachteil dabei war, daß eine dichte Taktfolge wie bei S-Bahnen üblich nicht möglich war. Der kürzeste Takt lag bei 20 Minuten. Zwar sahen später Generalverkehrspläne der Stadt Tunnelabschnitte und eigene S-Bahn Trassen vor, aber bei Plänen ist es zu DDR-Zeiten nur geblieben. Das es auch ohne größere Investitionen funktioniert, hatte die Deutsch Reichsbahn im Vorfeld bereits bewiesen. Im Jahr 1966 fanden auf dem Flugplatz Leipzig-Mockau die VIII. Weltmeisterschaften im Fallschirmspringen statt. Es waren 200 000 Besucher angekündigt. Die Deutsche Reichsbahn bewältigte den "Massenansturm" mit einem Sonderverkehrskonzept. Auf dem Streckenabschnitt Leipzig HBF. - Neuwiederitzsch fuhren Doppelstockgliederzüge mit je einer E-Lok am Zuganfang bzw. ende. Hierbei betrug die kürzeste Zugfolge unter 15 Minuten. Auch zu den Leipziger Messen 1968 und zur Frühjahrsmesse 1969 war ein Sonderverkehr mit dem gleichen Zugmaterial eingesetzt. Hierbei fuhren die Züge vom Hauptbahnhof bis zum neu errichteten Haltepunkt Technische Messe ohne Unterwegshalt durch. Im Sommer 1969 neigte sich die Bautätigkeit zur Einrichtung eines S-Bahnverkehrs dem Ende entgegen. Bis dahin waren bestehende Bahnhöfe für den S-Bahn Verkehr ertüchtigt worden. Neue Haltepunkte an Industrie und Wohnkomplexen entstanden. Dabei wurden auch Verknüpfungspunkte mit den Straßenbahn und Buslinien der Leipziger Verkehrsbetriebe geschaffen. Die Einführung des S-Bahnbetriebes stellte für den ohnehin stark befahrenen Eisenbahnknoten Leipzig, eine zusätzliche Belastung dar. Um die Streckendurchlässigkeit auf den durch die Fernbahn, S-Bahn und teilweise von Güterzügen benutzten Trassen zu erhöhen, wurde als erstes auf der Relation Leipzig Gohlis - Leipzig Leutzsch der automatische Streckenblock installiert. Diese Maßnahme wurde in der Folge auch auf anderen Abschnitten angewand. Auch beim Fahrzeugmatterial wurde improvisiert. Da zu dieser Zeit keine S-Bahntriebzüge für Oberleitungswechselstrombetrieb zur Verfügung standen, setzte die Deutsche Reichsbahn auf das Wendezugkonzept. Dazu bediente sich die Reichsbahndirektion Halle alter Eilzugwagen vom Typ Lowa E 5. Einige Wagen wurden dabei zu Steuerwagen umgebaut. Die Fahrzeuge erhielten dabei eine Zentral vom Zugführerstand schließende Türsteuerung. Als Abfahrtsignal diente eine optische sowie akustische Signaleinrichtung an den jeweiligen Türen. In den Anfangsjahren der S-Bahn befanden sich auf der Mittelplattform der Lowa Wagen Zahlboxen zum Entrichten des Fahrgeldes. Auch das Farbdesign war gegenüber dem Einheitsgrün der Reichsbahn gelungen. Die Wagen waren in den Leipziger Stadtfarben Blau / Gelb lackiert. Auffällig ist dabei, daß abgesehen von den eigentlichen Farben, die Farbanordnung der der Berliner S-Bahn fast identisch ist. Alle die vorab genannten Umbaumaßnahmen wurden im Reichsbahnausbesserungswerk Delitzsch vorgenommen. Die Triebfahrzeuge waren Elektroloks vom Typ E 11 bzw. E 42. Diese Maschinen rekrutierten sich ebenfalls aus dem Normalen Bestand der Reichsbahn. Drei Lokomotiven E11 032, 035 und 036 erhielten dabei einen der Lowa Wagen angepassten Anstrich in Blau / Gelb.

 

Bereits vor der Eröffnung der ersten Ausbaustufe der S-Bahn gab es weitreichende Pläne. Diese wurden im Laufe der Jahre stets korrigiert. Hier die Planungen am Ende der sechziger Jahre.

 

 

     

 

 

                                12. Juli 1969 Tag der Eröffnung

 

An diesem Tag fuhren die ersten Züge der Leipziger S-Bahn vom Leipziger Hauptbahnof nach Gaschwitz und zurück.

Gefahren wurde dabei ein 36,6 Kilometer langer Rundkurs. Wo bei das Wort Rundkurs nicht ganz richtig ist.

Interessant ist dabei auch die Linienführung und Linienbezeichnung. Für die S-Bahn wurde ebenfalls ein neues Logo kreiert.

Warum die Deutsche Reichsbahn nicht das 1930 weiße S auf grünen Grund wie in Berlin für die S-Bahn verwendet hat ist heute

nicht mehr nachvollziehbar. Zu Vermuten ist zum einen das der "alte Mief raus sollte", oder auch die Tatsache das die

Schnellbahnkriterien, von der Deutschen Reichsbahn 1930 selbst aufgestellt, die Leipziger S-Bahn nicht erfüllt.

Die erste Leipziger S-Bahn Linie wurde als Linie A bezeichnet. Die jeweiligen Richtungen in S 1 und S 2 unterteilt.

 

1   Gaschwitz--Lpz.-Stötteritz--Leipzig HBF.--Lpz.-Plagwitz--Gaschwitz

 

 

 

2   Gaschwitz--Lpz.-Plagwitz--Leipzig HBF.--Lpz.-Stötteritz--Gaschwitz

 

 

Ehrenmedallie für Eisenbahner die am Aufbau der Stadtschnellbahn beteiligt waren (1969)

 

 

 

Folgende Haltepunkte und Bahnhöfe wurden bedient.                                Zwischen 1970 und 1973 wurden weitere Haltepunkte eröffnet.

  • Gaschwitz                                                                                     1970 Sellerhausen und Marienbrunn
  • Markkleeberg-Großstädteln                                                             1973 Schwartzestraße und Markkleeberg-Mitte
  • Markkleeberg                                                                                
  • Connewitz
  • Technische Messe                                                                        
  • Stötteritz
  • Anger-Crottendorf                                                                                          
  • Leipzig-Ost                                                                                  
  • Leipzig-Hauptbahnhof                                                                                    
  • Gohlis                                                                                         
  • Coppiplatz                                                                                                                                                          
  • Möckern                                                                                      
  • Leutzsch
  • Industriegelände-West                                                                 
  • Lindenau                                                                                                          
  • Plagwitz                                                                                      
  • Kleinzschocher                                                                                                
  • Markkleeberg-West                                                                                        
  • Markkleeberg-Großstädteln                                                                                            
  • Gaschwitz                                                                                    

Legende:    Bahnhof / Haltepunkt vorhanden                                              

                 Neubau Haltepunkt

                 Bahnhof reaktiviert

               

                       

 

 

Betrieb und Verkehr

 

In der Hauptverkehrszeit fuhren die Züge im 20 Minuten Takt. In den Vormittagsstunden und im Abendverkehr bestand 40 bzw. 60 Minuten Takt, wobei es auch vereinzelt zu Abweichungen z. B. im Sommerfahrplan kommen konnte. Nicht alle Zugpaare fuhren auf der S 1 bis Gaschwitz. Ab 1973 endeten einige bereits in Markkleeberg-West oder Mitte. Bei letzteren konnte durch einen kurzen Fußweg der Bahnhof Markkleeberg erreicht werden. Dort bestand die Möglichkeit in die S 2 Richtung Gaschwitz umzusteigen. In Markkleeberg-Mitte war für S-Bahnzüge die dort endeten ein Stumpfgleis angelegt. Dadurch war die Hauptstrecke frei, und konnte von anderen Zügen ohne Behinderung befahren werden. Die Wartung der Fahrzeuge erfolgte durch die Werkstatt des Bahnbetriebswerk Leipzig Hbf. West. Im Hauptbahnhof machten die Züge auf den Gleisen 6 und 7 "Kopf". Zwischen beiden Gleisen befindet sich der großzügig gestaltete Mittelbahnsteig. Der Aufenthalt im Leipziger Hauptbahnhof war mit drei Minuten relativ kurz gehalten. Die S-Bahn wurde als neues Verkehrsmittel recht gut von der Bevölkerung angenommen. Im Jahr 1973 betrug die Beförderungsleistung 6 557 214 Personen. Ein  S-Bahnzug bestand aus 4 Mittelwagen und einem Steuerwagen sowie der Lokomotive. Im Berufsverkehr waren die Bahnen, wie zu DDR Zeiten üblich sehr gut besucht. Allerdings machte der S-Bahn Personalmangel und auch der Mischbetrieb mit anderen Zügen zu schaffen. Nicht selten fiel auch mal ein Zug aus. Mit durchschnittlich 33 km/h Reisegeschwindigkeit war die S-Bahn auf einigen Relationen im Stadtgebiet eine wirkliche Alternative zur Straßenbahn geworden.

Insgesamt wurden sechs S-Bahnzüge benötigt um den Verkehr auf der Linie A zu realisiern. Acht Züge standen zur Verfügung. Ein Beispiel zum Umlauf.

Linie A fährt 04:20 Uhr ab Gaschwitz auf S 2 (über Plagwitz-->Hbf.-->Stötteritz). Ankunft in Gaschwitz 05:25 Uhr.

Der gleiche Zug fährt 05:31 Uhr ab Gaschwitz auf S 1 (über Stötteritz-->Hbf.-->Plagwitz). Ankunft in Gaschwitz 06:36 Uhr.

Retour 06:40 ab Gaschwitz auf S 2. ..........

Gesamtumlauf: 2 Stunden, 16 Minuten.

Wendezeiten: Leipzig Hbf.: 3 Minuten, Gaschwitz Gleis 1: 6 Minuten, Gaschwitz Gleis 6: 4 Minuten.

Hierbei handelt es sich um reale Fahrplandaten aus einem Kursbuch der Anfangsjahre.

 

Vergleich des Farbschemas Lowa E 5 Wagen zur Berliner S-Bahn.

 

 

 

Zahlbox zur Entrichtung des Fahrgeldes (hier am Beispiel einer Zahlbox der Leipziger Verkehrsbetriebe)

 

 

 

Damit war die erste Ausbaustufe der S-Bahn Leipzig fertig gestellt. Im Generalverkehrsplan der Stadt Leipzig gab es noch viel weit reichendere Pläne. Die hier in der Grafik gezeigte Variante ist nur eine von vielen. Das S-Bahn Netz sollte aus einer Leistugsfähigen Nord-Süd und Ost-West Tunnel Trasse bestehen. Es wurde davon ausgegangen, dass im Stadtzentrum im Berufsverkehr eine drei Minuten Zugfolge nötig ist. Im restlichen Stadtgebiet sollte ein zehn Minutentakt den Verkehr abdecken. Durch die Wolfswinkelkurve im Leipziger Süden wäre auch ein richtiger Ringverkehr möglich gewesen. Die in der Grafik ohne Stationsnamen dargestellten Bahnhöfe und Haltepunkte wären alles Neubauten gewesen. Im Generalverkehrsplan waren diese Stationen ebenfalls noch ohne Bezeichnung. Die Endpunkte der S-Bahn waren aber schon festgelegt. Im Nordwesten Schkeuditz, im Westen Markranstädt, im Süden Gaschwitz, im Osten Wurzen und im Nordosten Taucha. Wäre es zur Umsetzung der Planung gekommen, Leipzig hätte einen völlig neuen Nahverkehr erfahren. Aber nach der unten abgebildeten Grafik geht es wieder zurück zur Realität.

 

 

 

Die S-Bahn expandiert weiter, Inbetriebnahme der Linie B

 

Um auch die östlichen Industriekomplexe sowie Stadtgebiete mit der S-Bahn zu erschließen, wurde am 26. Mai 1974 die Linie B eröffnet. Die Strecke hat eine Gesamtlänge von 25,8 Kilometern und führt vom Leipziger Hauptbahnhof nach Wurzen. Gefahren wurde zunächst mit Doppelstockgliederzügen und Lokomotiven der Baureihen E 11 und E 42. An eine Taktfahrplan analog der Linie A konnte auf dieser Strecke nicht gedacht werden. Es wurde annähernd im Stundentakt die Strecke von der S-Bahn bedient. Im Frühjahr 1975 kammen die Wechselstromoberleitungstriebwagen der DR Baureihe 280 zu Erprobungszwecken auf die Linie B. Zum sammeln von Erfahrungen im alltäglichen Planbetrieb mit den beiden Prototypen bot sich diese Strecke an. Hier gab es sowohl kurze wie auch lange Haltestellenabstände. Der Einsatz dieser Inovativen Triebwagenbaureihe bewärte sich aus verschiedenen Gründen nicht. War es die wenige Anzahl von Türen die einen schnellen Fahrgastwechsel verhinderten? Pro Wagen waren es auf jeder Seite nur zwei. War es die hohe Stromaufnahme die zu Problemen bei der Bahnstromversorgung führte? Oder auch die Tatsache, daß der Hersteller der Fahrzeuge, die VEB Lokomotiv und Elektrotechnischen Werke "Hans Beimler" Henningsdorf (LEW) zu dieser Zeit an der Kapazitätsgrenze arbeiteten. Diese Fragen konnten auch zu jener Zeit nich schlüssig beantwortet werden. Die Fahrzeuge wurden Anfang der achtziger Jahre vom S-Bahn Dienst abgezogen. Auf der Linie B vekehrten nun mittlerweile auch Doppelstockeinzelwagen aus Görlitzer Produktion. Diese allerdings im typischen grünen Reichsbahn Lack. Zur Bewältigung des Berufsverkehrs wurde zwischen dem Abzweig Althen und Borsdorf ein drittes Gleis verlegt. Somit wurde die Durchlaßfähigkeit der Strecke erhöt. Mit der Eröffnung der Linie B gab es nun auch die Preisstufen 3-5. Bislang gab es nur die Preisstufen 1 und 2. Personenzüge und Eilzüge waren auf der Strecke in den S-Bahntarif integriert und durften mitbenutzt werden.

 

B   Leipzig HBF.--Lpz.-Paunsdorf--Borsdorf (Sachs.)--Altenbach--Wurzen

 

Folgende Bahnhöfe und Haltepunkte wurden bedient.

  • Leipzig-Hauptbahnhof
  • Sellerhausen
  • Paunsdorf
  • Industriegelände-Ost
  • Engelsdorf-Ost
  • Borsdorf (Sachs.)
  • Gerichshain
  • Machern (Sachs.)
  • Altenbach
  • Wurzen-West
  • Wurzen

Legende:    Bahnhof / Haltepunkt vorhanden                                              

                 Neubau Haltepunkt

 

 

Preistufen der S-Bahn

  • Stufe 1  0,30 Mark    Kurzstrecke 4 Stationen
  • Stufe 2  0,50 Mark    Langstrecke alle Stationen im Stadtgebiet und Markkleeberg
  • Stufe 3  1,00 Mark    ?
  • Stufe 4  1,50 Mark    Langstrecke nach Wurzen
  • Stufe 5  2,00 Mark    Gesamtes Netz

 

In der Zwischenzeit gehörten auch die Zahlboxen der Vergangenheit an. Sammelkartenabschnitte sowie Lochentwerter bestimmten jetzt an den Bahnhöfen und Haltepunkten das Bild.

 

 

                                                                                                

 

 

Ein neues Wohngebiet entsteht, die Geburtsstunde der Linie C

 

Auf dem Areal der Gartensiedlung Grünau und dem Dorf Schönau, im Westen vor den Toren der Stadt gelegen, beginnen Anfang der 1970 ziger Jahre die Bauarbeiten für das Zweitgrößte Neubaugebiet der DDR. Die Zentrale Verkehrserschließung im Nahverkehr soll dabei die S-Bahn übernehmen. Es ensteht eine 4,6 Kilometer lange Neubaustrecke vom Bahnhof Leipzig-Plagwitz aus, die in einzelnen Etappen fertig gestellt wird. Anfänglich ist die Strecke noch nicht elektrifiziert und wird für Bauarbeiterzüge und zum Materialtransport genutzt. Der erste Abschnitt zwischen Plagwitz und Grünauer Allee, nunmehr elektrifiziert wird am 18. Dezember 1980 eröffnet. Bis Anfang Dezember 1983 wird die gesamte Strecke in Grünau fertiggestellt, so dass ab 19. Dezember des gleichen Jahres die Strecke komplett befahren wurde. Am Endpunkt  Miltitzer Allee befanden sich Sozialräume für Bahnbedienstete und ein Stellwerk für die Strecke. Die Station Miltitzer Allee gilt als Bahnhof. Hier befinden sich mehrere Weichen. Es ist die einzige Station der Strecke, die einen Mittelbahnsteig besitzt. Die Strecke geht noch ein Stück aus dem Stationsgelände Richtung Westen hinaus. Hier war damals schon an eine Verlängerung bis Markranstädt gedacht. Da das Streckenende sich an der Straße am See befindet, ist somit eine großzügige Abstellanlage entstanden die auch rege genutzt wurde.

 

C   Leipzig-Plagwitz--Wilhelm-Pieck-Allee--Miltitzer-Allee

 

Folgende Bahnhöfe und Haltepunkte wurden bedient.

  • Leipzig PLagwitz
  • Grünauer Allee
  • Wilhelm-Pieck-Allee
  • Ho-Chi-Minh-Straße
  • Miltitzer-Allee

Legende:    Bahnhof / Haltepunkt vorhanden                                              

                 Neubau Haltepunkt

 

 

Sommerfahrplan 1981, Linie C verkehrt zu diesem Zeitpunkt nur zwischen Plagwitz und Wilhelm-Pieck-Allee. Der Rest der Strecke ist noch im Bau.

 

Damit die Strecke von Grünau in das bestehende Netz in Plagwitz eingebunden werden konnte, erfuhr auch der Bahnhof Plagwitz einige Umbauten. So entstanden die Gleise 3 und 3a wobei letzteres als Stumpfgleis ausgelegt war. Die Strecke von Plagwitz nach Grünau war seinerzeit die einzige die nur von der S-Bahn befahren wurde. Hier fand kein Mischbetrieb mit anderen Zügen statt. Die Situation das quasi ein Inselbetrieb gefahren wurde, und die Fahrgäste in Plagwitz auf die Linie A umsteigen mußten, veranlasste die Deutsche Reichsbahn zum Fahrplanwechsel im Sommer 1984 zu einer Änderung der Linienführung. Fortan fuhr die Linie A von Plagwitz zur Grünauer Allee. Immer noch unterteilt in die Richtungen S 1 und S 2. Allerdings war das an den Zugzielanzeigern nicht mehr ersichtlich. Lediglich in Fahrplanheften fanden sich dazu noch Hinweise. Die Linie C fuhr nun zwischen Plagwitz und Gaschwitz. Zur Erhöhung der Beförderungskapazität zwischen Miltitzer-Allee und Plagwitz wurden in dieser Relation zusätzlich Züge gefahren. Im Zusammenspiel mit der Linie A die in der Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten verkehrte, bestand somit ein 10 Minuten Takt in Grünau.

 

Die Neue Linienführung.

 

 

A   Miltitzer-Allee--Lpz.-Plagwitz--Leipzig HBF--Lpz.-Stötteritz--Gaschwitz

 

(z) Miltitzer-Allee--Wilhelm-Piek-Allee--Leipzig-Plagwitz

 

C   Leipzig-Plagwitz--Markkleeberg-Mitte--Gaschwitz

 

 

Ausstattung der Haltepunkte und Bahnhöfe

 

Die neu gebauten Haltepunkte im Netz waren genormt. Die Bahnsteige waren 3 - 3,5 Meter breit, hatten eine Länge von 130 - 150 Metern und eine Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante. Zum Bau wurden Betonfertigteile benutzt. An den Zugängen zu den Stationen stand das S-Bahn Logo das bei Dunkelheit beleuchtet war. Zur Ausstattung gehörten ferner Unterstellmöglichkeiten für Fahrgäste, Stationsschilder, Fahrplanaushänge, Hinweisschilder an den Ausgängen und Entwerter. Bei den Bahnhöfen nutzte die Deutsche Reichsbahn die vorhandenen Bahnsteige. Im Gegensatz zu den neu gebauten Haltepunkten, wiesen diese Bahnsteige nur eine Bahnsteighöhe von 32 Zentimetern über Schienenoberkante auf. Allerdings waren dafür die Bahnsteige länger als die der Haltepunkte.

 

                       

S-Bahn Logo (Markkleeberg-Großstädteln)                 

 

Lange Bahnsteige, niedrige Bahnsteighöhen, große Abstände zum Fahrzeug, Bf. Markkleeberg

 

 

 

 

Die S-Bahn in den Achtziger Jahren

 

Nach den Linienänderungen im Sommer 1984 im Bereich Grünau änderte sich auch der Fahrzeugpark. Während die Linie A bereits seit Dezember 1977 auf Doppelstockwagen vom Typ DBm umgestellt wurde, fuhren in den Anfangsjahren der Grünauer Trasse noch die Lowa E 5 Wagen. Wahlweise mit Loks der Baureihe 211 / 242. Zum Fahrplanwechsel im Sommer 1984 wurden diese Fahrzeuge auf die neue Linie C (Plagwitz-Gaschwitz) abgezogen. Nun dominierten Doppelstockwagen und auch die Baureihe 243 die Szene auf Linie A und den Zusatzzügen zwischen Plagwitz und Miltitzer Allee. Anfänglich fuhren die Doppelstöcker recht bunt gemischt. Die Züge wurden aus Wagen im typischen Reichsbahn Grün und den neuen Nahverkehrsfarben beige / cremeweiß gebildet. Gefahren wurden Vierwagenzüge auf der Linie A. Auf Linie C reichte ein Lowa E 5 Dreiwagenzug aus. Auch die Fahrkarten änderten ihr Aussehen. Die Fahrpreise allerdings blieben stabil. In der Fahrgastzahlenentwicklung gab es einen Rückgang. Fuhren 1985 noch 8 966 640 Personen mit der S-Bahn, so waren es 1989 nur noch 7 901 164 Personen. Dieser Trend macht deutlich, daß auch in der DDR die motorisierung vorran Schritt. Aber es muß auch betrachtet werden, daß Züge durch Baumaßnahmen und Personalmangel öfter ausfiehlen. So zog es manchen Fahrgast Richtung Straßenbahn.

 

                 

                                                                                                                                                            Fahrschein 1988                           

 

Fahrplanauszüge aus dem Jahr 1989

 

 

 

 

Mittlerweile hatte das S-Bahn Netz seine größte Ausdehnung zu DDR Zeiten erreicht. Drei Linien fuhren in einem 67 Kilometer langen Netz.

 

                                               

Im Gesamtnetz wurden 36 Bahnhöfe beziehungsweise Haltepunkte durch die Stadtschnellbahn bedient.

 

 

Tarifgefüge 1989

 

 

 

Die S-Bahn startet in eine neue Zukunft

 

 

 

Nach der Politischen Wende in der DDR lief der Verkehr auf der S-Bahn noch nach altem Fahrplanschema. Eine der größeren Veränderungen trat mit dem Fahrplanwechsel im Sommer 1992 in Kraft. Die Buchstabenbezeichnung der Linien wurde in Zahlen umgewandelt. Aus der Linie A wurde die S1. Die Linie B hieß fortan S3 und Linie C S2. Die S1 endete nicht mehr grundsätzlich in Gaschwitz. Stündlich verkehrte nun ein Zug bis Borna. Es wuirde fast ganztägig ein 20 Minuten Takt angeboten. Nur morgens zu Betriebsbeginn, sowie Nachts vor Betriebsschluss wurde der Takt etwas ausgedünt. Auch mit der Einführung der S2 gab es Veränderungen. Es endeten keine Züge mehr in Markkleeberg-West bzw. Mitte. Das am Haltepunkt Markkleeberg-Mitte genutzte Stumpfgleis zum wenden wurde stillgelegt. In der Woche fuhren alle Züge der S2 zwischen Leipzig Miltitzer-Allee und Gaschwitz. Im Berufsverkehr verkehrten die Züge alle 20 Minuten, den Rest des Tages im Stundentakt. Am Wochenende und an Feiertagen wurde nur zwischen Plagwitz und Gaschwitz im Stundentakt gefahren. Die S3 erhielt einen festen Stundentakt. Zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Borsdorf verkehrten im Berufsverkehr zusätzliche Züge.  Durch die Ausdehnung des S-Bahn Verkehrs bis Borna wuchs das Netz auf 86 Kilometer Streckenlänge an. Es wurden nun 42 Bahnhöfe bzw. Haltepunkte bedient. Und noch eine Veränderung gab es. Das S-Bahn Logo aus DDR Zeiten hatte ausgedient. Jetzt schmückte sich auch die Leipziger S-Bahn mit weißen S auf grünen Grund. Allerdings erstmal mehr auf dem Papier. Nur nach und nach erhielten die Stationen die neue Beschilderung. Noch bis in die 2000´er Jahre konnte in Plagwitz das alte Logo bestaunt werden.

 

Die neue Linienbezeichnung / führung.

 

1 Miltitzer-Allee--Lpz.-Plagwitz--Lpz.-HBF.--Lpz.-Stötteritz--Gaschwitz--Böhlen--Borna

 

2 Miltitzer-Allee--Stuttgarter-Allee--Leipzig-Plagwitz--Markkleeberg-Mitte--Gaschwitz

 

3 Leipzig HBF.--Lpz.-Paunsdorf--Borsdorf (Sachs)--Altenbach--Wurzen

 

 

 

Bahnhof Plagwitz

                        

Altes Logo 2002  

 

                                                                                                                   

Neues Logo 2005

 

Auch einige S-Bahn Haltepunkte änderten ihren Namen. So die Wielhelm-Pieck-Allee in Stuttgarter Allee und Ho-Chi-Minh-Straße in Karlsruher Straße. Die alten "Sozialisten" und "Kämpfer" waren nicht mehr gefragt. Im Jahr 1993 führte die S-Bahn die erste Wagenklasse ein. Über den Sinn der 1. Klasse im Nahverkehr wurde damals wie auch heute gern diskutiert. Zu finden waren die neuen "Komfortzonen" im Steuerwagen der Züge. Auch neues Fahrzeugmatterial hielt Einzug. So gab es neue Doppelstocksteuerwagen aus Görlitzer Produktion. Diese waren in den ebenfalls neuen Nahverkehrsfarben mintgrün / weiß der Bahn lackiert. Anfänglich fuhren die Züge bunt gemischt in alten und neuen Farbschema. Natürlich gab es auch in der Tarifpolitik eine kräftige Steigerung. Die Zeiten als der Fahrgast für 0,50 Mark durch Leipzig und Markkleeberg fahren konnte waren endgültig vorbei.

 

Tarifübersicht 1994

 

 

Neue Preise+neue Fahrkaten=Neue Entwerter

 

                        

Markkleeberg-West                                                                     Markkleeberg

 

Das Jahr 1994 stand ganz im Zeichen des 25 jährigen Jubiläums der Leipziger S-Bahn. Kleinere Feierlichkeiten gab es dazu auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Die Bahn veröffentlichte eine kleine Broschüre, in der für die Stadtschnellbahn geworben wurde. Unter dem Motto "Mit der S-Bahn ins Grüne" wurden im Heft Ausflugsziele in der näheren Leipziger Umgebung vorgestellt. Natürlich fehlte auch ein kleiner Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre nicht.

 

Broschüre zum Jubiläum

 

Von der Öffentlichkeit unbemerkt traf sich Anfang der neunziger Jahre ein kleiner Kreis von Enthusiasten, die den Traum einer Schienenverbindung vom Hauptbahnhof zum Bayerischen Bahnhof in die Tat umsetzen wollten. Aus anfänglich losen Gesprächsrunden etablierte sich bald ein Gremium aus Vertretern des Freistaat Sachsen, der Stadt Leipzig, der Leipziger Messe und der Deutschen Bahn. Damit waren die Planungen einer Nord - Süd Verbindung unter dem Leipziger Stadtzentrum wieder aufgenommen. In ersten Ideen sollte es zwei Tunnel geben. Einen für Regionalverkehr mit vier Haltepunkten im Stadtzentrum, und einen weiteren für Fernverkehr mit nur einem Halt am Hauptbahnhof. Der Fernverkehrstunnel wurde als bald verworfen. Wären doch dadurch die Kosten ins unermeßliche gestiegen. Nach den ersten Presseveröffentlichungen zum Thema, bildeten sich zwei Lager. Die einen begrüßten diese Zukunftsweisende Entscheidung. Das andere Lager sah sich in der Pflicht den Tunnelplan in ein eher schlechtes Licht zu rücken. Ein mehrere Jahre andauender "Streit" war somit geboren. Vorerst fuhr die S-Bahn allerdings weiter auf ihren alten Bahnen.

Die neunziger Jahre waren geprägt durch Fahrpreiserhöhungen und rückläufige Fahrgastzahlen. Als Beispiel soll hier das Jahr 1992 genant werden. In diesem Jahr beförderte die S-Bahn nur noch 3 133 171 Fahrgäste. Dadurch gab es natürlich auch Anpassungen an den Fahrplan. Aber auch positive Aspekte waren zu verzeichnen. Die Haltepunkte Gohlis, Coppiplatz und Möckern wurden grundlegend modernisiert. Und nach seiner Verjüngungskur präsentierte sich der Leipziger Hauptbahnhof im November 1997 im neuen Glanz. Das hatte wiederum auch den Charme, dass nun wieder vermehrt Fahrgäste die S-Bahn zum Hauptbahnhof nutzten. Konnte doch jetzt auf zwei Etagen mit ca. 130 Verkaufs -und Dienstleistungseinrichtungen nach herzenslust dem Shopping nachgegangen werden. Mittlerweile fuhren auf der S2 nur noch Züge mit einem Doppelstocksteuerwagen und einer 143 ziger. Alle S-Bahn Züge präsentierten sich nun einheitlich im Verkehrsroten Design der Bahn. Zum Fahrplanwechsel am 28. Mai 2000 gab es zum ersten mal Dieseltraktion im Leipziger S-Bahn Netz. Die Linie S2 verkehrte mit zwei Leichtverbrennungstriebwagen (LVT) der Baureihe 772, im Volksmund auch als Ferkeltaxe bezeichnet. Das ist aber nicht die einzige Änderung auf der S2. Ab sofort verkehrte diese Linie nur noch zwischen Leipzig-Plagwitz und Gaschwitz. Der Abschnitt Plagwitz - Miltitzer Allee wurde nur noch von der S1 bedient. Aber es gab zwei mal am Tag doch noch eine durchgehende Verbindung Gaschwitz - Miltitzer Allee und zurück. Von Montag - Freitag verkehrte jeweils 08:34 Uhr ab Gaschwitz ein durchgebundener Zug nach Miltitzer Allee, Ankunft 09:08 Uhr. Dieser Zug wurde während des 60 Minuten Takt auf der S2 in Grünau abgestellt. Um 13:42 Uhr fuhr dieser Zug dann wieder zurück nach Gaschwitz, Ankunft 14:04 Uhr. Im April 2001 werden die Haltepunkte Industriegelände-Ost sowie Engelsdorf-Ost auf der Linie S3 zugunsten des neu errichteten Haltepunkt Engelsdorf aufgegeben. Der neue Haltepunkt befindet sich an der Hans-Weigel-Brücke. Hier sind gleichzeitig verbesserte Umsteigemöglichkeiten zu Bus und Straßenbahn vorhanden. Zum Fahrplanwechsel am 10. Juni 2001 wird stündlich ein Zug der Linie S1 über Gaschwitz hinaus als Regionalbahn 130 nach Altenburg bzw. Zwickau durchgebunden. Der bis dahin bestehende Endpunkt für die RB 130 der Bayerische Bahnhof wurde geschlossen. Die Bahn brauchte das Areal um Baufreiheit für den City Tunnel zu schaffen.

 

Linienführung ab 28.05.2000

 

1 Miltitzer-Allee--Lpz.-Plagwitz--Lpz.-HBF.--Lpz.-Stötteritz--Gaschwitz--Böhlen--Borna

RB 130 bis Gaschwitz wie S1  --Gaschwitz-- Neukieritzsch--Altenburg--Gößnitz--Zwickau

 

2 Leipzig-Plagwitz--Markkleeberg-Mitte--Gaschwitz

 

3 Leipzig HBF.--Lpz.-Paunsdorf--Borsdorf (Sachs)--Altenbach--Wurzen

 

Die Linienführung der RB 130 ist nicht im Netzplan aufgeführt. Bei näherer Betrachtung fällt auch auf, dass es noch Engelsdorf-Ost gibt. Dem ist nicht so, es handelte sich lediglich um einen Druckfehler.

 

Am 18. März 2002 wird der Finanzierungsvertrag für den City Tunnel Leipzig unterzeichnet. Die Finanzierung setzt sich wie folgt zusammen. Der Bund leistet mit 360 Millionen Euro den Löwenanteil des Projektes. In der Summe inbegriffen sind auch Födergelder der Europäischen Union. Die restlichen 211,62 Millionen Euro teilen sich der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig. Insgesamt soll das Projekt 571,62 Millionen Euro kosten. Das der City Tunnel am Ende seiner Bauzeit fast eine Milliarde Euro kosten wird ahnt zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Beteiligten. Im Tunnel sollen Regional und S-Bahnzüge gebündelt, und der Schienenpersonenverkehr in der Mitteldeutschen Region neu geordnet werden. Gleichzeitig wird durch den Bau des Tunnels auch das Leipziger S-Bahn Netz wieder attraktiver gestaltet. Auch der Fernverkehr sollte nach damaligen Planungen durch den Tunnel geführt werden. Natürlich fehlte auch nicht der dazugehörige Marketingslogan.

 

 

 

Bild: S-Bahn Tunnel Leipzig GmbH

Am 9. Juli 2003 war es dann endlich soweit, am Bildermuseum wurde der erste Ramschlag für die beiden Röhren vollzogen. Im Jahr 2009 sollten die ersten Züge rollen. Letztendlich dauerte es bis Dezember 2013.

Mehr Informationen zum City Tunnel Bau gibt es auf der Homepage von Frank Eritt.

http://www.citytunnelleipzig.info/

 

Aber nun wieder zurück ins Jahr 2002. Am 19. März erfolgte in Halle/Saale der offizielle Baustart für die S-Bahn Strecke von Halle nach Leipzig. Die Strecke zwischen beiden Städten ist 33 Kilometer lang und verfügt über 13 Stationen. Genutzt wird dafür auch eine alte Güterstrecke die vom Hauptbahnhof über Gohlis und Möckern nach Wahren führt. Die Strecke wurde bis zum Bahnhof Schkeuditz komplett neu aufgebaut. Nach Schkeuditz wird die alte Trasse befahren ehe es ab Gröbers wieder über eine Neubaustrecke nach Halle/Saale weitergeht. Im Leipziger  Stadtgebiet sind die Haltepunkte Gohlis Bahnsteig 3, Olbrichtstraße und Slevogtstraße neu entsanden. Die anderen Bahnhöfe und Haltepunkte an der Strecke, abgesehen von den beiden Hauptbahnhöfen sind ebenfalls neu entstanden bzw. grundlegend modernisiert. Der Leipziger Nordwesten hat mit der neuen Trasse eine schnelle Verbindung zum Stadtzentrum erhalten.

Am 14. Dezember 2002 hieß es Abschied nehmen von der Linie S2. Die nur noch mit 2 LVT Baureihe 772 betriebene Linie hatte täglich noch 500 Fahrgäste. Das ist für einen wirtschaftlichen Betrieb zu wenig. Als Ersatz wurde die LVB Buslinie 65 von Großzschocher nach Markkleeberg Bahnhof verlängert. Zu diesem Zeitpunkt gibt es Gerüchte das die ehemalige Strecke der S2 stillgelegt werden soll. Die Strecke selbst verfällt nach dem Dezember 2002 in einen Dornröschen Schlaf. Nur selten fahren noch Züge auf der Waldbahn. Ab dem 15. Dezember 2002 gab es somit in Leipzig vorerst nur noch zwei S-Bahn Linien.

 

Die Linien ab 15.12.2002

 

1 Miltitzer-Allee--Lpz.-Plagwitz--Lpz.-HBF.--Lpz.-Stötteritz--Gaschwitz--Böhlen--Borna

RB 130 bis Gaschwitz wie S1  --Gaschwitz-- Neukieritzsch--Altenburg--Gößnitz--Zwickau

 

3 Leipzig HBF.--Lpz.-Paunsdorf--Borsdorf (Sachs)--Altenbach--Wurzen

 

Im Zuge der Olympiabewerbung von Leipzig für das jahr 2012 machten sich die Verkehrsplaner auch Gedanken darüber, wie dass Olympiagelände am sinnvollsten in den Nahverkehr angebunden werden kann. Am 27.11.2002 gab es dazu eine erste Veröffentlichung in der Leipziger Volkszeitung. Die S-Bahn sollte die Hauptlast der Besucherströme aufnehmen. Dazu sollte eine Verbindung vom Olympischen Dorf, dass am Lindenauer Hafen geplant war, zum Olympiapark geschaffen werden. Es gab zwei Trassenvorschläge für den sogenannten Olympiatunnel. Variante 1 vom Bahnhof Plagwitz unter der Karl-Heine-Straße über Palmengarten zum Sportforum. Im weiteren Verlauf entlang am Elsterbecken, und vor dem Haltepunkt Möckern wieder auf die Trasse in Richtung Hauptbahnhof. Variante 2 ebenfalls wie Variante 1, aber ab Sportforum weiter unter dem Waldstraßenviertel zum Hauptbahnhof und dort Einbindung in den Citytunnel. Die Variante 2 wäre wohl die bessere Entscheidung im Falle von Olympia gewesen. In Spitzenzeiten rechneten die Planer mit 200 000 Fahrgästen. Die Züge sollten im Zweieinhalbminutentakt verkehren. Die Variante 2 war übrigens nicht neu. Im Generalverkehrsplan der Stadt Leipzig im Jahr 1970 gab es schon einmal die Pläne einer West - Ost Verbindung. Im Falle von Olympia hätte Leipzig damit schon die "halbe" Miete dieser Verbindung sicher gehabt. Ob diese Trasse jemals Realität wird, werden wohl kommende Generationen für sich entscheiden müßen.

 

  Variante 1, Quelle LVZ 27.11.2002

 

Variante 2

 

 

Um Baufreiheit für den Citytunnel im Vorfeld des Leipziger Hauptbahnhofs zu schaffen wurde die S1 unterbrochen. Die S1 fuhr nur noch zwischen Miltitzer Allee und Hauptbahnhof. Die S2 verkehrte vom Hauptbahnhof nach Gaschwitz bzw. Borna, Altenburg und Zwickau. Am 25. Juni 2005 wurde die S-Bahnstrecke zwischen Leipzig und Halle/Saale eröffnet. Erstmals fuhren nun auf einer Leipziger S-Bahnlinie klimatisierte Doppelstockwagen vom Hersteller Bombardier. Gezogen bzw. geschoben wurden die neuen Wagen aber weiterhin von der Baureihe 143. Natürlich hat die Bahn für die neue Verbindung kräftig die Werbetrommel gerührt. Selbst ein eigener Produktname wurde entwickelt. Die Steuerwagen trugen den Schriftzug S HALLEIPZIG, Freude am gefahren werden. Während der Schriftzug Freude am gefahren werden  irgendwann verschwunden ist, hielt sich der Produktname auch noch nach Abzug der Fahrzeuge von der S-Bahn. Die neue Linie selbst wurde als S10 geführt. Damit änderte auch die Linie S3 ihre bezeichnung. Fortan lief sie unter S11, ohne auch nur einen Zentimeter von ihrer Linienführung abzuweichen. Die S10 erfreute und erfreut sich von Anfang an großer Beliebtheit, was auch an den Fahrgastzahlen, und den vollen Zügen im Berufsverkehr sich bemerkbar machte und macht. Übrigens betrugen die Kosten für den Bau der Strecke über 200 Millionen Euro. Dennoch war es eine Zukunftsweisende Entscheidung. Die Strecke Halle/Saale - Leipzig ist im Mitteldeutschen S-Bahn Netz eine der am Nachfrage stärksten Relationen.

 

Quelle Deutsche Bahn

                                                                                                                                                                                                               

 

Die neuen Linienbezeichnungen/führungen

 

1 Miltitzer-Allee--Grünauer Allee--Lpz. Plagwitz--Lpz.-Möckern--Leipzig HBF.

 

2 Leipzig HBF.--Lpz.-Stötteritz--Gaschwitz--Böhlen--Borna

RB 130 bis Gaschwitz wie S2  --Gaschwitz-- Neukieritzsch--Altenburg--Gößnitz--Zwickau

 

10 Leipzig HBF.--Lpz. Olbrichtstr.--Schkeuditz--Gröbers--Halle/Saale HBF.

 

11 Leipzig HBF.--Lpz.-Paunsdorf--Borsdorf (Sachs)--Altenbach--Wurzen

 

Im Jahr 2009 kündigte sich die nächste größere Veränderung bei der S-Bahn an. Durch Auschreibung des Zweckverbands Nahhverkehrsraum Leipzig (ZVNL) bekam die Mitteldeutsche Regiobahn den Zuschlag für die S-Bahn Linien S2 und S11. Ab Dezember 2009 dieselten Fahrzeuge vom Typ Regio Schuttle (RS 1) zwischen Leipzig und Geithain bzw. Leipzig und Wurzen, teilweise auch bis Oschatz verlängert. Die neue Linienbezeichnung orientierte sich an der alten. Allerdings war das natürlich Unternehmensbezogen. Aus S2 wude MRB 2 und aus S11, MRB11. Zum ersten mal in der Geschichte der Leipziger S-Bahn gab es nun ein privates Eisenbahnunternehmen, dass S-Bahn Verkehr durchführte. Der Betreiberwechsel änderte für den Fahrgast vom Fahrzeugeinsatz einmal abgesehen nichts. Es wurden alle Bahnhöfe und Haltepunkte weiter bedient. Und auch die Taktzeiten blieben wie vor dem Wechsel. Für "Aufregung" sorgte am 30.04.2011 die vorübergehende Einstellung der S1 zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Miltitzer Allee. Einige Bürger befürchteten, dass die Strecke nie wieder durch die S-Bahn bedient wird. Dem ist allerdings nicht so. Die Gründe zur vorübergehenden Stilllegung lagen zum einen, an der Kürzung des Freistaates Sachsen für Mittel des Schienengebundenen Nahverkehrs. Zum anderen konnte so die Strecke modernisiert und vor allem im Bereich Grünau grundlegend erneuert werden. Auch im übrigen Leipziger Eisenbahn Netz fanden nun umfangreiche Baumaßnahmen statt. So wurde ab 24. November 2012 der Verkehr über den Ostring eingestellt. Der Abschnitt Leipzig Ost - Stötteritz ist dabei für immer vom Netz gegangen. Die Züge Richtung Süden fuhren während der Zeit der Sperrung über den Westring. Eine so große Umgestaltung der Leipziger Bahnanlagen fand zu letzt bei der Errichtung des Leipziger Hauptbahnhofes statt. Alle Haltepunkte, Bahnhöfe, Gleise, Signaltechnik, etc. wurden auf den neusten Stand der Technik gebracht.

Somit gestaltete sich das Leipziger S-Bahn Netz wie folgt.

 

1 Miltitzer-Allee--Grünauer Allee--Lpz. Plagwitz--Lpz.-Möckern--Leipzig HBF. (bis 30.04.2011)

 

10 Leipzig HBF.--Lpz. Olbrichtstr.--Schkeuditz--Gröbers--Halle/Saale HBF.

 

MRB 2  Leipzig HBF.--Lpz.-Stötteritz--Gaschwitz--Borna--Geithain

 

MRB 11 Leipzig HBF.--Lpz.-Paunsdorf--Borsdorf (Sachs)--Altenbach--Wurzen--(Oschatz)

 

 

15. Dezember 2013 Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn Netz

 

Nach insgesamt 10 Jahren Bauzeit war es endlich soweit. Am 14. Dezember 2013 wurde der Leipziger City Tunnel offiziel Eröffnet. Die Monate zuvor hatte die Deutsche Bahn einen realen Verkehr im und um den Tunnel erprobt. Volksfestartig strömten die Menschen in die Stationen um selbst ein Bild vom Bauwerk zu bekommen. Zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Leipzig MDR wurden kostenlose Pendelfahrten mit den neuen Talent 2 Zügen angeboten. Die Züge waren alle samt gut ausgelastet. Die Zugzusammenstellung waren dabei jeweils zwei miteinander gekuppelte Vierteilige Talent 2. Im Planbetrieb ist diese Zugkonfikuration heute eher selten anzutreffen, obwohl es auf einigen Linien gerechtfertigt wäre. Am Folgetag begann der Planmäßige Linienbetrieb. Die neue S-Bahn wird seit Inbetriebnahme sehr gut angenommen. Täglich nutzen 55. 000 Fahrgäste das Linienangebot. Tendenz steigend.

 

Das neue Liniennetz ab 15. Dezember 2013

 

1  Miltitzer Allee – Leipzig Hbf. (tief) – Leipzig-Stötteritz – Wurzen (– Oschatz – Riesa)

 

Leipzig Messe – Leipzig Hbf. (tief) – Leipzig-Stötteritz

 

2  Bitterfeld – Delitzsch unt Bf. – Leipzig Messe – Leipzig Hbf. (tief) – Markkleeberg – 

                          Gaschwitz

3  Halle (Saale) Hbf. – Schkeuditz – Leipzig Hbf. (tief) – Leipzig-Stötteritz

 

4  Hoyerswerda – Falkenberg (Elster) – Torgau – Eilenburg – Taucha (b Leipzig) –

           Leipzig Hbf. (tief) – Markkleeberg – Gaschwitz – Borna (Leipzig) – Geithain

5  Flughafen Leipzig/Halle – Leipzig Messe – Leipzig Hbf (tief) – Markkleeberg –

             Altenburg – Werdau – Zwickau (Sachs) Hbf.

5X Halle (Saale) Hbf. – Flughafen Leipzig/Halle – Leipzig Messe – Leipzig Hbf (tief) –

                              Markkleeberg – Altenburg – Werdau – Zwickau (Sachs) Hbf.

7  Halle Nietleben - Halle Neustadt - Halle Hbf. - Dessauer Str.- Halle Trotha

 

Das Netz hat eine Streckenlänge von 430 Kilometern. Es werden 104 Stationen bedient. Im Einzugsbereich der S-Bahn leben 1,2 Millionen Menschen. Auf der Stammstrecke dem City Tunnel Leipzig werden die S-Bahn Linien 1, 2, 3, 4, 5, und 5X gebündelt. Somit besteht in der Leipziger Innenstadt ein 5 Minuten Takt. Die S1 wird zur Zeit mit zwei unterschiedlichen Fahrtwegen betrieben. Nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke Erfurt - Leipzig, wird die S1 nur noch den Fahrtweg zwischen (Oschatz) - Wurzen und Miltitzer Allee nehmen. Somit wird dann auf der Relation Stötteritz - Miltitzer Allee ein 15 Minuten Takt angeboten. Das Mitteldeutsche S-Bahn Netz ist eine Mischung aus der traditionellen S-Bahn, sowie der klassischen Regionalbahn. Ein Trend der übrigens auch Wurzeln in Mitteldeutschland hat. Bereits 1928 fuhren die Elektrischen Triebwagen der Baureihe ET 41 zwischen Leipzig und Halle, sowie zwischen Leipzig und Dessau bzw. Magdeburg. So zusagen waren das die Vorläufer eines Mitteldeutschen Schnellbahnnetzes.

Das schmückt heut zu Tage manche ehemalige verträumte Regionalbahnstation. Mit guter Vermarktung und einem atraktiven Angebot ist es so durchaus möglich Fahrgäste in den Zug zu holen. Wünschen wir der Mitteldeutschen S-Bahn allzeit GUTE FAHRT!

 

 

Das Gesamtnetz bereits mit den später entstehenden Haltepunkten Leipzig Essener Straße und Leipzig Mockauer Straße.

 

 

 

Nach einen halben Jahr Betriebseinsatz der Mitteldeutschen S-Bahn zog die Deutsche Bahn eine positive Bilanz. Das S-Bahn Netz gehört mit zu den pünklichsten überhaupt in Deutschland. Hierbei muß aber erwähnt werden, daß 5 Minuten Verspätung eines Zuges durchaus noch als pünktlich gewertet werden. Das Fahrgäste das neue Angebot sehr gut annehmen wurde bereits erwähnt. Aber auch eine andere Personengruppe hat die S-Bahn für sich endeckt und nutzt sie fast täglich in der Nacht. So verkehren dann am nächsten Tag die Züge im abweichenden Farbdesign vom Coperate Design. Die Rede ist selbstverständlich von Graffiti. Dezentrale Abstellung der Züge im Netz, oder auch immer noch trotz des Umbaus der Gleisanlagen das große unübersichtilche Vorfeld des Leipziger Hauptbahnhofs, wo ebenfalls Züge abgestellt werden, laden dieses Klientel förmlich ein. Hinzu kommt natürlich auch, daß heute nicht mehr ein großer Fahrzeugpool für Engpässe vorgehalten wird. Zur Folge hat dies, daß auf einigen Linien mit kleineren Einheiten gefahren wird, zum Ärger der Fahrgäste im Berufsverkehr. Zur Wartung der S-Bahnzüge steht die DB Regio Werkstatt in Halle/Saale zur Verfügung. Hier wird in Vorbereitung auf neue S-Bahn Linien die im Jahr 2015 im Dezember in Betrieb gehen sollen eine neue Wartungshalle errichtet. Zum Start des Mitteldeutschen S-Bahn Netz 2 stehen allerdings die neuen benötigten Züge noch nicht zur Verfügung. Hintergrund ist hierbei ein Streit im Vergabeverfahren. Die Nahverkersservice Sachsen Anhalt GmbH wollte das MDSB-Netz 2 ursprünglich an die Tochter der Niederländischen Staatsbahn Abellio vergeben. Durch die Verhandlung vor der Vergabekammer sind Verzögerungen eingetreten, die dazu geführt haben, daß Abellio sein Angebot zurückgezogen hat. Letztendlich übernimmt nun die Mitteldeutsche S-Bahn den Auftrag. Dadurch kam es zu Verzögerungen bei der Bestellung der neuen Züge bei Bombardier Transportation. Im Jahr 2016 können nunmehr die ersten Züge ausgeliefert werden. Es handelt sich um weitere 29 Fahrzeuge des Typs Talent 2. 19 Fahrzeuge werden als dreiteiler und 10 Fahrzeuge als fünfteiler ausgeliefert. Wie bis zur Auslieferung dieser Wagen eine Fahrzeugübergangslösung ausehen wird bleibt abzuwarten. In Punkto Service kann die MDSB voll Punkten. In den Zügen steht genügend Informationsmaterial in Form von Fahr - und Linienplänen zur Verfügung. Kundenbetreuer und Bahnschutz runden das Angebot ab. Im Netz stehen 45 personalbediente Verkaufsstellen zur Verfügung. Davon sind 5 sogenannte Punkte. Diese befinden sich in den Bahnhöfen Leipzig- Markt, Borna, Altenburg, Delitzsch und Eilenburg. Neben allgemeinen Informationen erhalten Reisende hier auch unter anderen ein Angebot an Snacks und Getränken. Auch eine eigene Fahrgastzeitung der Takt informiert rundum die Fahrgäste.

 

 

Liniennetzplan und Fahrpläne die in den S-Bahnzügen, Verkaufsstellen sowie in den Punkten kostenfrei erhältlich sind.

          

 

Die erste Ausgabe des S-Takt

 

Bei allen positiven Aspekten die die S-Bahn für das Stadtgebiet von Leipzig bringt gibt es dennoch einen Wermutstropfen. Der Leipziger Südwesten der seit Dezember 2002 keinen S-Bahn Verkehr mehr hat, fand im Mitteldeutschen S-Bahn Netz keine Berücksichtigung. Somit sind die Stadteile Kleinzschocher und Großzschocher weiterhin nicht mit der S-Bahn zu erreichen. Ein Zuzug an Menschen ist in diesen genanten Stadteilen ebenso wie auch im Rest der Stadt Leipzig zu verzeichnen. Zum Thema S-Bahn in den Leipziger Südwesten wurde eine Petition gestartet. Die Überlegungen gingen von einer S-Bahn Strecke vom Bahnhof Plagwitz nach Großdalzig. Auch eine fiktive Liniennummer gab es schon. Die S 6 sollte die Verbindung vom Hauptbahnhof über den Leipziger Südwesten nach Großdalzig herstellen. Die Petition hatte 485 Unterstützer. Diese Zahl reichte nicht aus um den Zug ins rollen zu bringen. Letztendlich wird die Zeit zeigen ob es wieder planmäßigen S-Bahn Verkehr im Leipziger Südwesten geben wird.

L. Plagwitz <---> L. Kleinzschocher (Schwartzestraße) <---> L. Großzschocher (Anton-Zickmantel-Str.) <---> L. Knauthain <--

--> L. Hartmannsdorf <---> L. Knautnaundorf <---> Großdalzig

 

Bahnhof Leipzig-Knauthain


 

Am 30.04.2015 wurde in Halle/Saale die neue Werkstatthalle von DB Regio für die Wartung der Talent 2 Züge in Betrieb genommen. Die neue Wartungshalle ist 112 Meter lang, 13 Meter breit und 8 Meter hoch. Das Wartungspersonal hat somit optimale Bedingungen erhalten um auf drei Ebenen an den Fahrzeugen zu arbeiten. Eine kräftige Steigerung der Fahrgastzahlen kann die MDSB verzeichnen. Im zweiten Halbjahr 2014 wurden 57 000 Fahrgäste pro Tag im Netz gezählt.

 

 

 

Fahrplanwechsel 13.12.2015

 

Durch die Eröffnung der ICE Neubau Strecke (Leipzig, Halle /Saale) Gröbers <--> Erfurt kommt es zu Veränderungen im DB Fernverkehr. Diese Änderungen gehen auch einher mit einer Anpassung des Nahverkehrs. Gleichzeitig wird der Hauptbahnhof in Halle / S. grundlegend modernisiert. Bei der Mitteldeutschen S-Bahn tritt zudem die zweite Stufe in Kraft. Die Fahrtwege fast aller Linien werden neu gestaltet, und die Stadt Dessau bekommt Anschluß an das Mitteldeutsche Schnellbahnnetz. Im offiziellen Tenor der Deutschen Bahn liest es sich so. OPTIMIERUNG DES LINIENKONZEPTS ZUM FAHRPLANWECHSEL DEZEMBER 2015 AUFGRUND DES NEUEN FERNFEHRKEHRSKONZEPTS. Erstmals fahren nun auch planmäßig Doppelstockzüge durch den City Tunnel. Der Grund dafür ist, daß die neuen Talent 2 Züge erst im Laufe des Jahres 2016 von Bombardier geliefert werden. Somit wird vorerst die S2 auf Eloktrolokomotiven mit Doppelstockwagen umgestellt. Die somit von der S2 frei gewordenen Talent 2 werden auf Nachfrage Starken Linien wie z.B. der S3 eingesetzt. Dadurch wird sichergestellt, daß ein ausreichendes Platzangebot für die Reisenden zur Verfügung steht. Des Weiteren kann besser als bisher bei Fahrzeugengpässen reagiert werden wenn wieder einmal die "Hobbymaler" am Werk waren oder Technische defekte behoben werden müssen. Einzelne Züge der S2 werden ab Dessau als Regionalbahn bis Magdeburg Hbf. durchgebunden. Die Hallesche S7 fährt nun nur noch zwischen Nietleben und Halle / S. Hbf. Der nördliche Streckenast vom Hbf. nach Trotha wird von der S3 bedient. Parallel wird der Streckenabschnitt auch vom Harz-Elbe-Express (HEX) Linie 47 bedient. Dabei entfällt für die S3 der bisherige Halt in Wohnstadt - Nord. Der Grund dafür ist die geringe Wendezeit in Trotha. Bei planmäßigen 6 Minuten lassen sich Verspätungen kaum Ausgleichen. Die S1 ist im Gegenzug nun eine reine Klassische S-Bahn geworden. Alle Züge dieser Linie fahren nur noch im Leipziger Stadtgebiet.

 

 

1  Miltitzer Allee -- Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Stötteritz 

                                            

 Leipzig Messe -- Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Stötteritz

 

2  Dessau -- Bitterfeld -- Delitzsch unt Bf. -- Leipzig Messe -- Leipzig Hbf. (tief) -- Markkleeberg -- 

                          Gaschwitz

3  Halle Trotha -- Halle (Saale) Hbf. -- Schkeuditz -- Leipzig Hbf. (tief) -- Markkleeberg -- Gaschwitz -

             Borna -- Geithain

 

4  Hoyerswerda -- Falkenberg (Elster) -- Torgau -- Eilenburg -- Taucha (b Leipzig) --

           Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Stötteritz -- Wurzen (– Oschatz – Riesa)

 

5  Halle (Saale) Hbf. -- Flughafen Leipzig/Halle  Leipzig Messe -- Leipzig Hbf (tief) --

             Markkleeberg -- Altenburg -- Werdau -- Zwickau (Sachs) Hbf.

 

5X Flughafen Leipzig/Halle -- Leipzig Messe -- Leipzig Hbf (tief) --

                              Markkleeberg -- Altenburg -- Werdau -- Zwickau (Sachs) Hbf.

 

7  Halle Nietleben -- Halle Neustadt -- Halle Silberhöhe -- Halle (Saale) Hbf. 

 

 

Im August 2016 fahren die ersten Fünfteiligen Talent 2 Triebwagen auf der S2. Somit geht nun auch die Ära der Baureihe 182 und der Doppelstockwagen im Netz der Mitteldeutschen S-Bahn zu Ende. Optisch sind die neuen Züge am veränderten Farbdesign, rote Türen, und an der Front durch die  Marke anstelle des  zu erkennen.

 

      Mehr Bilder dazu in der MDSB Galerie

 

Der Fahrplanwechsel am 11.12.2016 wird wieder einige kleine Veränderungen mit sich bringen. Zum einen werden bis 2018 die neuen S-Bahn Haltepunkte Essener Straße (S2, S5, S5X, S11) sowie Mockauer Straße (S4) errichtet. Damit einhergehend ist auch die Sanierung und Neubau der Gleisanlagen, Signalen, Brücken und Fahrleitungen verbunden. Das Gegenstück der Baumaßnahmen vom Leipziger Norden befindet sich im Leipziger Süden. Auch der Abschnitt Markkleeberg-Gaschwitz bis Großdeuben wird umfassend modernisiert. Diese Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2018 andauern. Der Bahnhof Gaschwitz und der Haltepunkt Großdeuben werden dabei aus beziehungsweise umgebaut. Der Streckenabschnitt selbst wird für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut. Durch die genannten Baumaßnahmen wird es immer wieder zu Einschränkungen im S-Bahn Verkehr kommen. Zur besseren Unterscheidung der Linienführung wird die S1 Messe ↔ Stötteritz in S11 umbenannt. Diese neue Linie verkehrt Baustellenbedingt nur bis 20:00 Uhr. Dafür wird die Einsatzzeit der S1 zwischen Hauptbahnhof und Miltitzer Allee sowie Hauptbahnhof und Stötteritz verlängert. Ankunft letzter Zug in Miltitzer Allee 00:06 Uhr. Bislang war hier 22:36 Uhr Schluss. Ankunft letzter Zug in Stötteritz 00:02 Uhr, sonst war hier die letzte S1 22:33 Uhr angekommen. Der Haltepunkt Leipzig Nord wird zum Fahrplanwechsel wieder von der S2 bedient. Auch auf den anderen Linien wird es Anpassungen geben. Die ich hier nicht erwähne, da diese mit dem aktuellen und zukünftigen Baugeschehen einhergehen. 

 

 

 11  Leipzig Messe -- Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Stötteritz   

 

  1  2  3  4  5  5X  7 Bleiben unverändert.

 

 

                

 

 

 

Hat die Zukunft schon begonnen?

 

  

    

 

 

Die Planungen für die Ost <->West Verbindung liegen schon lange in den Schubladen der Stadt. Nun ist die Diskussion neu entfacht. Es bleibt Spannend wie sich in den nächsten Jahren der S-Bahn Verkehr in der wachsenden Stadt Leipzig entwickelt. Es spricht für die Politischen Entscheidungsträger das dieses Thema jetzt öffentlich diskutiert wird. Die Prognose 720 000 Einwohner im Jahr 2030 in Leipzig rechtfertigen die ehrgeizigen Pläne allemal um nicht im (Nah) Verkehrskollaps zu versinken.

 

Ein Blick auf die aktuellen Dinge vom 8.11.2017

In letzter Zeit häufen sich die Pressemeldungen über chaotische Zustände im Berufsverkehr auf der Linie S 3. Es ist schon sehr paradox oder wie es auch immer bezeichnet werden soll. Da ist die S 3 die am stärksten frequentierte Linie im MDSB Netz, doch seit August 2017 fahren hier oft nur verkürzte Zugeinheiten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Technische Probleme an den Talent 2 Zügen (im übrigen gilt das Bundesweit) aber auch Graffiti und natürlich der enorm angestiegene Pendlerstrom zwischen Leipzig und Halle. Soweit zur Bestandsaufnahme. Es ist recht amüsant, auf verschiedenen Internetseiten, für die ich an dieser Stelle nicht zum Werbeträger werde, zu lesen wie sich dort die beteiligten Akteure den „Schwarzen Peter“ hin und her schieben. Die beteiligten Akteure sind, die Deutsche Bahn (DB), der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA). Was nutzen alle Schuldzuweisungen und Versprechungen dem Fahrgast? Natürlich nichts. Was für die S 3 gebraucht wird ist aus meiner Sicht eine Verdichtung der Taktfrequenz im Berufsverkehr auf 20 Minuten besser noch wären 15 Minuten. Im übrigen 20 Minuten Verkehr auf der S-Bahn zwischen Leipzig und Halle waren bereits bei der Planung des MDSB Netzes angedacht. Nachzulesen ist das ganze in der Broschüre „Sächsische Wege – City Tunnel Leipzig“. Die Planer von einst bewiesen eine sehr große Weitsicht. Das eine Ausweitung des Angebots natürlich mit Kosten verbunden ist dürfte wohl allen klar sein. Und für eine Metropolregion Mitteldeutschland, in deren Zentrum die Städte Leipzig und Halle liegen ist ein starker und leistungsfähiger SPNV dringend nötig. Aber wer erinnert sich heute noch an eine oben genante Broschüre vom Dezember 1998 in einer Auflage von 3000 Exemplaren, geschweige den an den Inhalt selbiger? Selbst der Satz, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern hält hier nicht mehr stand. Die Realität hat uns längst eingeholt. Es ist Zeit zum umdenken und handeln!

 

 

Fahrplanwechsel 10.12.2017

 

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt auch für den S-Bahn Verkehr einige Änderungen mit sich. Zum einen wird das MDSB Netz in Sachsen-Anhalt erweitert. Zum anderen ergeben sich Baustellenbedingt neue Linienführungen der einzelnen S-Bahn Linien. Völlig neu sind dabei die S-Bahnlinien 6, 8 und 9. Die bisher zwischen Leipzig Messe und Leipzig Stötteritz verkehrende S 11 wird nicht mehr betrieben, und geht dabei in den Linien S 2 und S 6 auf.

 

 

1  Miltitzer Allee -- Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Stötteritz

 

2  Lutherstadt Wittenberg -- Dessau -- Bitterfeld -- Delitzsch unt Bf. -- Leipzig Messe -- Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Stötteritz

                    

 

3  Halle Trotha -- Halle (Saale) Hbf. -- Schkeuditz -- Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Connewitz (- Markkleeberg-Gaschwitz)

 

4  Hoyerswerda -- Falkenberg (Elster) -- Torgau -- Eilenburg -- Taucha (b Leipzig) --

           Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Stötteritz -- Wurzen (- Oschatz - Riesa)

 

           

5 Flughafen Leipzig/Halle  Leipzig Messe -- Leipzig Hbf. (tief) -- Markkleeberg -- Altenburg -- Werdau --  

             Zwickau (Sachs) Hbf.


5X Halle (Saale) Hbf. -- Flughafen Leipzig/Halle -- Leipzig Messe -- Leipzig Hbf (tief) --

                              Markkleeberg -- Altenburg -- Werdau -- Zwickau (Sachs) Hbf.

 

6 Leipzig Messe -- Leipzig Hbf. (tief) -- Leipzig Connewitz -- Markkleeberg -- Borna -- Geithain

 

7  Halle Nietleben -- Halle Neustadt -- Halle Silberhöhe -- Halle (Saale) Hbf.

 

8 Halle (Saale) Hbf. -- Landsberg -- Bitterfeld -- Dessau -- Lutherstadt Wittenberg

 

9 Halle (Saale) Hbf. -- Landsberg Süd -- Delitzsch ob.Bf. -- Krensitz -- Eilenburg

 

Somit betreibt die MDSB zehn Linien. Mit der Neuordnung beziehungsweise der Erweiterung des Netzes wird unter anderem auch der gestiegenen Nachfrage der Fahrgäste Rechnung getragen. Aber auch die Fortschritte der umfangreichen Bauarbeiten an den Bahnknoten Leipzig und Halle (Saale) tragen zu einzelnen Veränderungen bei. Unter anderem wird das Nachtangebot auf der S 1 zwischen Leipzig Stötteritz und Leipzig Miltitzer Allee erweitwert. So wird an den Wochenenden auf dieser Linie zwischen 01:00 - 05:00 Uhr ein nahe zu stündliches Angebot gefahren. Die im Berufsverkehr wünschenswerte Verdichtung der S 1 zwischen Leipzig Hbf. und Miltitzer Alle zum 15 Minuten Takt wird zum Fahrplanwechsel allerdings noch nicht realisiert. Derzeit wird davon ausgegangen das erst 2019 ein 15 Minuten Takt auf der S 1 gefahren werden kann. Der Grund hierfür ist hauptsächlich die Erneuerung der Eisenbahnbrücken über die Flüsse Nahle, Luppe und Weiße Elster im Leipziger Auenwald. Die Stadt Eilenburg ist nun generell alle 30 Minuten mit der S 4 erreichbar. Und in der Hauptverkehrszeit wird die S 5 vom Flughafen Leipzig/Halle bis Halle (Saale) Hauptbahnhof durchgebunden. Der Haltepunkt Wohnstadt-Nord in Halle (Saale) wird nunmehr wieder von der S 3 bedient.

 

Ringbahn für Leipzig?

 

Folgender Vorschlag stand am 18.09.2018 in der Presse. Dem aufmerksamen Leser dieser Homepage wird nicht entgangen sein, daß es derartige Ideen schon weit aus früher gab. Dennoch, eine Betrachtungsweise sollte es alle mal Wert sein. Weiter werde ich das ganze nicht Kommentieren.

 

 

18.09.2018 | Leipziger Volkszeitung Stadtausgabe | Seite 14 | Deutschland | Print

Mobil in Leipzig: SPD bringt Idee einer Ringbahn ins Spiel

Würde die Rundstrecke Verbesserungen für den Fahrgast bedeuten?

VON MATHIAS PUPPE Im öffentlichen Nahverkehr von Kleinzschocher nach Paunsdorf oder von Leutzsch nach Schönefeld — dafür braucht es Geduld. Mit Straßenbahn und Bus kann die Reise quer durch die Messestadt schon mal dauern, für die schnelle Alternative per S-Bahn fehlt es häufig noch an Haltepunkten und direkten Strecken. Leipzigs Sozialdemokraten bringen deshalb die Idee einer Ringbahn ins Spiel, wie es sie in vielen großen Metropolen gibt.
Großteil der Gleise ist vorhanden Der Plan: Einmal rings um das Stadtzentrum im Radius von drei bis vier Kilometern, mit neuen Stationen in den Stadtteilen und angeschlossenen Straßenbahn-Haltestellen für die weiterführende Vernetzung. Der Clou dabei: Ein Großteil der Gleise ist bereits jetzt schon vorhanden, wird zum Teil aber noch ausschließlich für den Güterverkehr genutzt. Lediglich südlich des Wildparks müssten die vorhandenen Schienenstränge wohl noch miteinander verbunden werden, damit tatsächlich ein praktikabler Rundkurs entsteht „Die Idee für eine Ringbahn entstammt dem SPD-Arbeitskreis für Stadtentwicklung und Umwelt. Dort haben wir diskutiert, welche Infrastruktur Leipzig in Zukunft braucht, wenn die Stadt noch weiter wächst" , sagte Gremiums-Vorsitzender Henrik Fischer gegenüber LVZ.de. Er verweist auf Konzepte, die bereits in der Vergangenheit an der Pleiße diskutiert wurden.
„Ursprünglich gab es solche Ansätze ja schon im Generalverkehrsplan aus den 1970er-Jahren. Die Idee ist bekannter als ,Leipziger Herz', denn damals sollten alle Bahnen noch durch den City-Tunnel fahren. Vor allem den nördlichen Teil des Rings enthielt der Plan von damals noch nicht" , so Fischer weiter.
Defizit bei Ost-West-Verbindung Am gestrigen Montag präsentierten die Sozialdemokraten einen ersten Entwurf ihrer Ringbahn — von einem konkreten Plan zu sprechen, ist dabei allerdings noch zu früh. „Auch eine große Erhebung, ob ein Bedarf überhaupt vorhanden ist, haben wir nicht gemacht.
Offensichtlich ist nur, dass es ein Defizit bei der Ost-West-Verbindung in Leipzig gibt." Dem SPD-Arbeitskreis geht es mit der Idee vor allem um das Anstoßen einer neuen Debatte, was alternativ im Verkehrskonzept möglich wäre. Konkrete Planungen müssten dann Verkehrsexperten übernehmen, erklärt Henrik Fischer.
Auwald als Achillesferse Klar ist den Sozialdemokraten dabei auch: „Die Achillesferse dieses Projekts wäre auf jeden Fall die noch fehlende Südverbindung durch den Auwald.
Ohne einen Tunnel ist diese überhaupt nicht denkbar." Denn der Wald ist nicht nur Naturschutzgebiet, sondern auch jährlich durch Überflutungen geprägt.
„Vielleicht lassen sich wirtschaftliche Vorteile durch die ansonsten schon vorhandenen Strecken dagegensetzen und so eine gute und finanzierbare Tunnel Lösung finden", sagt Fischer und fügt an: Oberirdisch im Auwald neue Bahngleise zu verlegen, sei absolut ausgeschlossen.
Parteimitglieder stimmen zu Trotz aller Widrigkeiten kommt die Ringbahn-Idee zumindest schon bei anderen SPD-Mitgliedern an: „Der S-Bahn-Ring bietet große Chancen für den Leipziger Norden. Besonders würde ich mich auf einen S-Bahnhof in Wiederitzsch an der Delitzscher Straße freuen" , sagt Christina März (Ortsverband Nord). Auch Benjamin Schulz (Ortsverband Südwest) würde sich über zusätzliche Haltepunkte freuen. „Mit einem S-Bahn-Ring würden Kleinzschocher und Großzschocher endlich an das S-Bahn-Netz angeschlossen werden.
Eine Station am Cospudener See würden allen Leipzigern die Möglichkeit bieten, umweltfreundlich an den Strand zukommen zukommen.


Auch erschienen auf:
lvz.de

 

 

Zum Thema gibt es einen Link der Initiative Pro Bahn, wo einmal der komplette Leipziger Nahverkehr untersucht wurde.

https://www.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/leipzig-de/Stadt/02.6_Dez6_Stadtentwicklung_Bau/66_Verkehrs_und_Tiefbauamt/Mobilit%C3%A4tsstrategie/ProBahn-Bewertung-der-Mobilitatsszenarien_01.pdf

Wird die S34 im S-Bahn Netz erscheinen? Auch dafür gibt es Betrachtungen, im oben stehenden Link gibt es Informationen dazu.

 

 

 

Doppelstockzüge kehren zurück 

 

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 werden wieder S-Bahn Doppelstockzüge zwischen Leipzig und Halle/Saale verkehren. Die Deutsche Bahn reagiert damit auf eine Forderung vieler Fahrgäste die im Berufsverkehr in meist überfüllten Zügen unterwegs sind. Dabei wird morgens und Nachmittags jeweils ein Doppelstockzug die S3 zwischen Leipzig HBF. und Halle/Saale HBF. entlasten. Der Zug wird nicht durch den City Tunnel geführt. Er dient hauptsächlich dazu Berufsschüler zu Befördern, die zwischen Leipzig und Schkeuditz pendeln. Daher wird der Zug zwischen Leipzig HBF. und Schkeuditz alle S-Bahnhöfe bedienen. Zwischen Schkeuditz und Halle/Salle HBF. gibt es keinen Unterwegshalt. Der Zug 06:33 Uhr ab Halle/Saale HBF. hält dabei allerdings nur in Schkeuditz. 

Halle/Saale HBF. 06:33 Uhr - 07:03 Uhr Leipzig HBF. 07:08 - 07:40 Uhr Halle/Saale HBF.

Halle/Saale HBF. 14:45 Uhr - 15:17 Uhr Leipzig HBF.

 

 

 S10 am Haltepunkt Leipzig-Slevogtstraße im Jahr 2005

Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 verkehrten auf der S-Bahn zwischen Leipzig und Halle/Saale Doppelstockzüge. Nun kommen sie zum Teil zurück.

 

 

Fahrplanwechsel 2018/2019

 

Neben einzelnen zusätzlichen Fahrten in den Früh und Abendstunden auf den Linien S 2, S 3, S 4, fährt die S 5 nunmehr ganztägig vom Flughafen Leipzig/Halle weiter nach Halle/Saale HBF.  Somit ergibt sich auf der Gesamtstrecke Leipzig HBF.-Flughafen-Halle/Saale HBF. zusammen mit der S 5X täglich ein durchgängiger 30 Minuten Takt. Die Linien S 2 und S 6 bedienen den neuen S-Bahn Haltepunkt Essener Straße im Leipziger Norden. Die beiden Linien bedienen den Haltepunkt im anähernden 15 Minuten Takt. Es besteht Umsteigemöglichkeit zur Buslinie 90 der Leipziger Verkehrsbetriebe.

 

 

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